• Johannespassion zu Dritt

    Johannespassion
    zu Dritt

    Johann Sebastian Bach: Johannespassion BWV 245

© Foto: Spiegelhof Fotografie

SO · 3. JULI

14 Uhr
· St. Sebald


Johannespassion zu Dritt

Johann Sebastian Bach: Johannespassion BWV 245

Gesang: Benedikt Kristjánsson
Orgel & Cembalo: Elina Albach
Schlagwerk: Philipp Lamprecht
Idee: Steven Walter
Konzept: Benedikt Kristjánsson

Kann man Bachs Johannespassion neu und modern erleben? Aber ja, wenn man zu den Ursprüngen des Werkes zurückkehrt, zum unmittelbaren Erzählen in einer Gemeinschaft, wenn die Grenze zwischen Ausführenden und Hörenden verschwimmt. Und wenn durch den Raum eine überwältigende Intensität erfahrbar wird. So werden wir es erleben bei der Passion mit nur drei Künstler:innen. Dieses Konzertprojekt war 2019 bei uns zu Gast und ist mittlerweile in ganz Europa legendär geworden. Nun können wir es noch einmal erleben, der Erzählung lauschen und die Choräle inbrünstig mitsingen.

Wir danken der Evangelischen Bank für ihre Unterstützung.

Eine Produktion von PODIUM Esslingen

Tickets: 15 € · 25 € · 35 €


Zu den Künstler:innen

Tenor: Benedikt Kristjánsson 
Der Tenor Benedikt Kristjánsson ist in Húsavík, Island geboren. Seinen ersten Gesangsunterricht mit 16 Jahren erhielt er bei seiner Mutter, Margrét Bóasdóttir an der Reykjavík Akademie für Gesang. Er war Mitglied und häufiger Solist in dem renommierten Jugendchor »Hamrahlíðarkórinn« unter der Leitung von Thorgerdur Ingolfsdottir.

Er studierte bei Prof. Scot Weir an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin und besuchte Meisterkurse bei Peter Schreier, Christa Ludwig, Elly Ameling, Robert Holl, Andreas Schmidt und Helmut Deutsch.

Er ist ein 1. Preisträger des Internationalen Gesangs-Wettbewerbs cantateBach in Greifswald, und ein Publikumspreisträger des Internationalen J. S. Bach-Wettbewerb in Leipzig. Für die Johannespassion für Tenor allein, Cembalo, Orgel und Schlagwerk gewann er den "OPUS Klassik 2019" in der Kategorie "Innovatives Konzert".

Solistische Engagements führten ihn zu manchen der berühmtesten Konzertsälen der Welt. Wie z.b Konzerthaus Wien, Berliner Philharmonie, Chapelle Royal in Versailles, Walt-Disney Hall in Los Angeles und Concertgebouw Amsterdam. Er arbeitete mit mit namenhaften Orchestern wie der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, Gaechinger Cantorey, Hofkapelle München, Nederlandse Bachverening, Gulbenkian Orchestra, Akademie für Alte Musik Berlin und Freiburger Barockorchester.

Er arbeitete mit Dirigenten wie Michel Corboz, Jos van Veldhoven, Christoph Spering, Vaclav Luks, Reinbert de Leeuw, Peter Dijkstra, Reinhard Goebel, Philippe Herreweghe, Vladimir Jurowski und Hans-Christoph Rademann.

Im Oper Bereich sang Benedikt an der Staatsoper in Berlin, und im Theater Kiel und Staatstheater Braunschweig, wo er baroque und modernes repertoire gesungen hat.

Auch tritt er regelmaßig auf bei Festivals wie Bachfest Leipzig, Musikfest Stuttgart, Thüringer Bach-Wochen, Händefestspiele in Halle und Festival Oude Muziek in Utrecht.

Seine Debüt-CD "Drang in die Ferne" ist bei dem Label GENUIN im Jahr 2019 erschienen, mit Liedern von Franz Schubert und Isländischen Volksliedern a capella.

Die CD wurde nominiert in der Kategorie “Vokal Musik” bei dem International Classical Music Awards (ICMA), und in der Kategorie "Lieder-CD des Jahres" bei OPUS Klassik nominiert.


Orgel & Cembalo: Elina Albach
Dass Elina Albach nicht nur als Fünfjährige begann, Cembalo zu spielen, sondern auch als Spross einer sehr musikaffinen Familie mit Hintergründen in Alter Musik und Kirchenmusik von klein auf mit deren Repertoire bekannt ist, hatte weitreichende Folgen. Denn vielleicht muss etwas so tief eingesickert, so vertraut und verbunden sein, damit es völlig neu und mit Risiko anders gedacht werden kann: Nicht nur ist Albach als Cembalistin heute international gefragt und vielfach ausgezeichnet, auch gilt das von ihr erdachte fluide Ensemble CONTINUUM als Keimzelle einer so noch nie gehörten Herangehensweise an Alte Musik.

Elina Albach, Jahrgang 1990, studierte an der Schola Cantorum Basiliensis bei Prof. Jörg-Andreas Bötticher, leitete bereits das Vokalconsort Berlin, die Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker und unterrichtete an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden und der Hochschule für Musik Detmold Kammermusik, Generalbass und Cembalo. Sie trat in verschiedenen Besetzungen und solo auf zahllosen rennomierten Festivals und in legendären Häusern auf vier Kontinenten auf. Unter ihren zahlreichen Stipendien stach zuletzt das Fellowship #bebeethoven von PODIUM Esslingen und der Kulturstiftung des Bundes heraus, die 2017-2021 jungen Künstler*innen ermöglichte, neue Wege in Aufführungspraxis, Interpretation und Komposition zu finden. In dieser Zeit entstanden mit CONTINUUM Projekte, die die Aktualität der Alten Musik ausloteten, spektakuläre Verschränkungen Alter und zeitgenössischer Musik mit der Entwicklung eines neuen Repertoires für barockes Instrumentarium und innovative Konzertdesigns.

Derzeit arbeitet sie vor allem daran, kanonisierte Werke des Barock durch Verdichtung in kleinen Besetzungen intensiv neu erlebbar zu machen. Besonders berückend gelang dabei die Aufführung von Johann Sebastian Bachs Johannespassion für Tenor allein (Benedikt Kristjánsson), Schlagwerk (Philipp Lamprecht), Orgel und Cembalo, die zu Karfreitag 2020, in der Hochphase des ersten Corona-Lockdowns, in der leeren Leipziger Thomaskirche aufgezeichnet wurde und weit über die Grenzen der Klassikszene hinaus für Aufmerksamkeit sorgte. Bereits 2019 erhielt diese Inszenierung den Preis OPUS Klassik für das innovativste Konzert.


Schlagwerk: Philipp Lamprecht
Philipp Lamprecht – ein vielseitig agierender Musiker mit Faible für Neues und Altes. Als Mitglied verschiedener Ensembles für zeitgenössische und historische Musik arbeitet er hauptsächlich im Bereich Kammermusik und realisiert eigene Solo-und Educationprojekte. Seinen bunten musikalischen Alltag bestreitet er – neben etablierten Schlaginstrumenten – mit Tamburelli, Einhandflöte und Tabor, Barockpauken, mittelalterlichen Kastagnetten und Nakers (mittelalterlichen Pauken), Landsknechttrommeln, einer Vielzahl unterschiedlicher Handtrommeln, Drehleiher, romanischen Bienenkorbglocken, uam.

International sorgte jüngst die Live-Übertragung der Triofassung der Johannespassion am Karfreitag 2020 aus der Leipziger Thomaskirche für Aufsehen. Tenor Benedikt Kristjánsson, Cembalistin Elina Albach und Philipp Lamprecht führten die 2019 mit dem Opus Klassik Preis gekürte Reduktion in der leeren Thomaskirche vor laufenden Kameras und mit hunderttausenden Menschen aus aller Welt an ihren Bildschirmen auf. Die Choräle sang das Publikum zu Hause mit. Manche davon wurden während der Übertragung eingespielt.

Seit dem Wintersemester 2015/16 ist der versierte Musiker Lehrbeauftragter für Schlaginstrumente an der Universität Mozarteum.

Aktuelles Projekt: Mönch von Salzburg – Gesamtaufführung der Werke des anonymen Salzburger Minnesängers. Duo Enßle-Lamprecht und Ensemble

1984 in Meran (Südtirol/Italien) geboren begann der diplomierte Hotelkaufmann 2003 ein Studium bei Prof. Dr. Peter Sadlo an der Universität Mozarteum Salzburg. Durch dessen Förderung verzeichnete Philipp Lamprecht bereits kurze Zeit später seine ersten internationalen Erfolge. So trat er unter Anderem mit Orchestern wie der Camerata Salzburg, dem Münchener Kammerorchester, der Kremerata Baltica und der Philharmonie der Nationen in Europa und Asien auf. Außerdem gewann er 2005 den ersten Preis sowie zwei weitere Preise bei der International Percussion Competition Luxembourg mit dem Schlagzeugquartett Via Nova Percussion Group. 2011/12 war er Akademist der Internationalen Ensemble Modern Akademie in Frankfurt am Main.

Regelmäßige Zusammenarbeit mit Komponisten aus aller Welt sowie Aufführungen bereits etablierter Solo- und Kammermusikwerke des 20. und jungen 21. Jahrhunderts für Stabspiele, Multipercussion und außereuropäische Instrumente prägen Philipps musikalisches Leben mit etwa einem Dutzend Uraufführungen pro Jahr.

Philipp Lamprecht spielt darüber hinaus regelmäßig in verschiedenen Ensembles für zeitgenössische Musik, darunter hervorzuheben ensemble chromoson (Südtirol), Ensemble Meitar (Tel Aviv), Windkraft Tirol, risonanze erranti (München), NAMES (Salzburg), u.a.m. Darüber hinaus arbeitet mit Künstlern aus verschiedener Sparten zusammen, darunter Choreograph Alessio Trevisani, Schauspieler und Regisseur André Hinderlich.

Das vielfältige Schlaginstrumentarium der Alten Musik – insbesondere der mittelalterlichen Musik – begeistert Philipp Lamprecht und hat in den letzten Jahren zu einer Spezialisierung auf dem Gebiet der historisch informierten Aufführungspraxis und einer regen Konzerttätigkeit auch in diesem Bereich geführt, vornehmlich mit seinen eigenen Ensembles, dem Duo Enßle-Lamprecht (Blockflöte/Schlagzeug) und La Petite Ecurie (Oboenband), aber auch mit anderen Klangkörpern, darunter Concerto Köln, dem Svapinga Consort, der Münchner Hofkapelle. 2020 ist mit dem Ensemble Bourbon eine CD-Produktion für SONY Classical geplant.



Unsere Empfehlungen für Sie