• RIAS Kammerchor

    RIAS Kammerchor

    Chormusik in seiner schönsten und intensivsten Art

Peter Dijkstra © Foto: Astrid Ackermann

MI · 29. JUNI

20 Uhr
· St. Egidien


RIAS Kammerchor

Werke von Alfred Schnittke, Krzysztof Penderecki, Sven-David Sandström und Arvo Pärt
Dirigent: Peter Dijkstra

Übergänge
Alfred Schnittkes Eltern hatten keinen Bezug zur Religion. Seine Großmutter aber sehr wohl. Sie prägt ihren Enkel, und bald spürt dieser, „dass das Leben angefüllt ist mit dem allmächtigen Gefühl, dass es etwas Größeres gibt als unser eigenes Dasein.“ Schnittkes wachsendes Interesse an Religion und liturgischen Formen führt ihn zum „Buch der traurigen Lieder“, 95 Gebeten eines Mönchs, in denen ein „Ich“ Trost und Hoffnung bei Gott sucht. Diese Gebete bereichert er für das Konzert für Chor einerseits mit orthodoxer Kirchenmusik, bringt sie andererseits stilistisch ins Jetzt. Auf ihrer Suche nach etwas Größerem zwischen subjektiver Empfindung und objektiver Glaubenslehre machen Peter Dijkstra und der RIAS Kammerchor außerdem Halt u. a. bei Arvo Pärts Kantate Dopo la vittoria auf einen Text aus einem Kirchenmusiklexikon, Krzysztof Pendereckis Agnus Dei, komponiert für einen verstorbenen Freund, und Sven-David Sandströms En ny himmel och en ny jord – Ein neuer Himmel und eine neue Erde.

Aufzeichnung durch den Bayerischen Rundfunk – BR Franken
Sendetermin 21. August, 18:05 Uhr

Tickets: 15 € · 25 € · 35 € · 45 €

Einführungsgespräch mit Bernhard Heß: 18:30 Uhr, Einlass mit Konzertkarte. Weitere Infos hier


Zu den Künstler:innen

Der RIAS Kammerchor Berlin zählt zu den weltweit führenden Profichören. Zahlreiche Auszeichnungen dokumentieren die internationale Reputation, darunter der Preis der Deutschen Schallplattenkritik, ECHO Klassik, Gramophone Award, Choc de l’année, Prix Caecilia oder der Ehrenpreis "Nachtigall" der Jury des Preises der Deutschen Schallplattenkritik.

34 professionell ausgebildete Sänger*innen bilden den multinationalen Klangkörper. Maßgeblich bekannt ist der RIAS Kammerchor Berlin für sein präzises Klangbild. Das Repertoire erstreckt sich von historisch informierten Renaissance- oder Barock-Interpretationen über Neudeutungen von Werken der Klassik und Romantik bis hin zu regelmäßigen Uraufführungen.

Seit der Saison 2017—18 ist Justin Doyle Chefdirigent und Künstlerischer Leiter. Im Herbst 2018 gab er mit dem RIAS Kammerchor sein Debüt in Japan. Mittlerweile sind drei Einspielungen mit ihm mit seinem Chor erschienen – Brittens Hymn to Cecilia, Haydns Missa Cellensis und Händels Messiah – von Publikum und Kritik begeistert aufgenommen. Im Frühjahr 2022 folgt eine Einspielung beider Liebesliederzyklen von Brahms. Im Rahmen des RIAS Kammerchor Studio werden darüber hinaus vier Akademist*innen pro Saison Teil des Chores.

Mit bis zu 50 Konzerten pro Saison auf den Bühnen Deutschlands und der Welt zählt der RIAS Kammerchor zu den wichtigsten Tourneechören des Landes. In seiner Heimatstadt präsentiert er sich mit zehn Berlin-Konzerten, darunter das renommierte Neujahrskonzert, den ForumKonzerten in Zusammenarbeit mit dem Verein der Freunde und Förderer, im Rahmen derer außergewöhnliche Orte zur Konzertbühne werden, sowie gemeinsamen Programmen mit Schwesterensembles wie dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin oder dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin. Mit dem Deutschen Musikrat veranstaltet er alle zwei Jahre das Abschlusskonzert des Deutschen Chordirigentenpreises, der am Ende eines mehrjährigen Förderprogramms steht. Zusätzlich unterhält der RIAS Kammerchor im Rahmen seines Education-Programms Schulchorpatenschaften zu Berliner Gymnasien.

Führende Künstlerpersönlichkeiten wie Günther Arndt, Uwe Gronostay, Marcus Creed, Daniel Reuss und Hans-Christoph Rademann haben mit ihren Chefdirigaten den Chor seit seiner Gründung 1948 als Ensemble des Rundfunk im amerikanischen Sektor geformt und geprägt. Regelmäßige Kooperationen bestehen mit bedeutenden Ensembles wie der Akademie für Alte Musik Berlin, dem Chamber Orchestra of Europe und dem Freiburger Barockorchester sowie Dirigenten wie Sir Simon Rattle, René Jacobs, Yannick Nézet-Séguin, Iván Fischer und Rinaldo Alessandrini.

Der RIAS Kammerchor Berlin ist ein Ensemble der Rundfunk Orchester und Chöre gGmbH Berlin (ROC). Gesellschafter sind Deutschlandradio, die Bundesrepublik Deutschland, das Land Berlin und der Rundfunk Berlin-Brandenburg.


Peter Dijkstra ist einer der gefragtesten Chordirigenten unserer Tage. Der Niederländer, geboren 1978, studierte Chorleitung, Orchesterleitung und Gesang in Den Haag, Köln und Stockholm, und schloss seine Ausbildung mit Auszeichnung ab. Im Jahr 2003 wurde er mit dem Eric Ericson Award geehrt, was auch den Beginn seiner internationale Karriere bedeutete.

Künstlerischer Leiter des Chors des Bayerischen Rundfunks von 2005 bis 2016, verhalf er dem Ensemble zu einem herausragenden internationalen Profil und einem ungewöhnlich breitgefächerten Repertoire. Von 2007 bis 2018 war Dijkstra Chefdirigent des renommierten Schwedischen Rundfunkchores, und trat somit in den Fußspuren des legendären Eric Ericson. 2019 ernannte der Chor ihn zum Ehrendirigenten. 2015 übernahm er, nach langjähriger Zusammenarbeit als Erster Gastdirigent, die Position des Chefdirigenten beim Niederländischen Kammerchor. Ab 2022 wird Peter Dijkstra erneut die Position des künstlerischen Leiters des Chors des Bayerischen Rundfunks antreten.

Peter Dijkstra gastiert ausserdem regelmäßig bei hochrangigen Vokalensembles, wie u.a. den BBC Singers, dem RIAS Kammerchor Berlin, SWR Vokalensemble, dem Dänischen Nationalchor, den WDR und NDR Rundfunkchören und dem Estonischen Philharmonischen Kammerchor. Als Orchesterdirigent hat er mit führenden Klangkörpern wie dem Philharmonischen Orchester des Niederländischen Rundfunks, dem Deutschen Sinfonieorchester Berlin, dem Scottish Chamber Orchestra, dem Schwedischen Rundfunkorchester, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem Rotterdam Philharmonisches Orchester, dem Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra und dem Stavanger Symphonieorchester, sowie den beiden Orchestern des Bayerischen Rundfunks, dem Münchener Kammerorchester und Barockensembles wie Concerto Köln, B’Rock und die Akademie für Alte Musik Berlin zusammengearbeitet.

​Peter Dijkstras umfangreiches Repertoire reicht von der Polyphonie des Mittelalters bis zu zeitgenössischer Musik. Er dirigierte Uraufführungen von Werken von u.a. Esa-Pekka Salonen, Lera Auerbach, Eriks Esenvalds, Jakob Mühlrad, Einojuhani Rautavaara, Caroline Shaw, Martin Smolka, Jacob TV und Joost Kleppe und engagiert sich für die Förderung herausragender neuer Chormusik.

Dijkstras CD-Einspielungen sind mit vielen Preisen geehrt worden. 2012 erhielt seine Aufnahme des Fauré Requiem (Sony Classics) den ECHO Klassik Preis, und seine Alben mit Werken von Strauss, Wagner und Mahler (BR Klassik) und Poulencs Figure Humaine (Channel Classics) wurden beide mit dem Diapason d’Or auszeichnet. 2014 erhielt seine Einspielung von Schnittkes Konzert für Chor den ECHO Klassik Preis in der Kategorie ‘Bestes Ensemble’. 2015 erhielt er den Edison Klassiek Award für seine Aufnahme der Geistlichen Chorwerke von Johannes Brahms mit dem Schwedischen Rundfunkchor. Er war für zwei Grammys nominiert und erhielt für seine Aufnahme von J.S. Bachs Johannes-Passion den Preis der deutschen Schallplattenkritik.

​Peter Dijkstra ist ein gefragter Dozent bei Meisterkursen und Projekten zur Vermittlung von Chorgesang und -dirigat auf höchstem künstlerischen Niveau. 2007 dirigierte er den Weltjugendchor auf seiner Afrika-Tournee, und von 2016 bis 2020 hatte er eine Professur für Chordirigieren inne an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln.

Er ist Ehrenmitglied der Königlichen Schwedischen Musikakademie und seit 2016 Professor für Chorleitung an die Hochschule für Musik in Köln. 2013 erhielt er die Goldene Geige, eine Auszeichnung für international herausragende niederländische Musiker, und 2014 wurde ihm der Eugen-Jochum-Preis zuerkannt.



Unsere Empfehlungen für Sie