• Stephan Lutermann & Assaf Levitin

    Stephan Lutermann & Assaf Levitin

    Synagogale Orgelwerke – das sind Schätze der Kulturgeschichte, die dem vergessen entrissen werden sollten. Bei uns erklingen sie zusammen mit traditionellem Synagogalgesang im Rahmen eines Thementages zur jüdischen Musikkultur.

DO · 30. JUNI

12:15 Uhr
· Frauenkirche


Stephan Lutermann & Assaf Levitin

Mittagskonzert

Werke von Louis Lewandowski, Arno Nadel, Siegfried Würzburger, Heinrich Schalit u.a.

Im 19. Jahrhundert erstarkte in Mitteleuropa die jüdische Kultur. Und auch in den Synagogen klang es neu und anders: synagogale Chor- und Orgelmusik blühten auf. Umso drastischer wurden diese Klänge erstickt: Die millionenfache Ermordung der europäischen Juden durch die Nationalsozialisten war der gewaltvolle Tiefpunkt eines erstarkten Antisemitismus um 1900. Und danach? Bis heute ist synagogale Orgelmusik kaum bekannt, sind die Komponisten und Werke nur wenigen Spezialist:innen bekannt. Stephan Lutermann, Organist in Osnabrück, hat sich auf eine Spurensuche begeben und musikalische Schätze dem Vergessen entrissen. Zusammen mit Assaf Levitin, Cantoralgesang, gestalten sie einem historisch bedeutsamen Ort diese ‚Erinnerungsmusik’, wurde die Nürnberger Frauenkirche doch nach einem Pogrom im 14. Jahrhundert auf den Grundmauern einer Synagoge errichtet.

Dieses Mittagskonzert ist der Auftakt zu einem Thementag „Jüdische Musikkultur in Europa”. Dieser Thementag umfasst neben zwei Konzerten weitere Vorträge und Künstlergespräche. Infos folgen.

Einzelticket: 12 € · Dauerkarte Mittagskonzerte: 45 €
Für Orgelfans! Mit der Dauerkarte bekommen Sie alle fünf Mittagskonzerte zum günstigen Gesamtpreis.

Meet & Greet mit den Künstlern: 13:15 Uhr in Der Maulbeere. Weitere Infos hier


Biografien

Stephan Lutermann

Stephan Lutermann wurde in Osnabrück geboren und ist deutsch-ghanaischer Abstammung. Seine musikalische Ausbildung erhielt Lutermann in Salzburg und Köln, wo er Kirchenmusik und Konzertfach Orgel studierte.

Seine dirigentische Laufbahn begann er mit dem Orchester „Archi di colonia“ in Köln. Nach verschiedenen anderen Anstellungen war er von 2001 bis 2009 Assistent des Domkapellmeisters Johannes Rahe am Hohen Dom zu Osnabrück.

Darüber hinaus widmete sich Lutermann auch der musikalischen Nachwuchsförderung in Ghana. Zusammen mit dem Goetheinstitut und der Alliance Français sind so bereits einige Chor- und Orchesterprojekte realisiert worden.

2010 initiierte Stephan Luterman das 1. Europäische Kinder- und Jugendchorfestival „Sing We And Chant It“ in Melle. Neben seiner Tätigkeit als Kirchenmusiker an St. Matthäus Melle und umfangreicher Tätigkeit als Konzertorganist ist Lutermann Dozent für Chorleitung an der Hochschule Osnabrück. Einladungen als Referent und Juror runden seine Tätigkeiten ab.

Im Jahr 2011 gründete Stephan Lutermann das Vokalconsort Osnabrück. Er führte das Laien-Ensemble nicht nur zu hervorragenden Auszeichnungen wie der „Heinrich Schütz Trophy" beim Internationalen Chorwettbewerb 2013 in Cork/ Irland, sondern möchte jedes Konzert zu einem Klangerlebnis für die Zuhörer machen. Deshalb setzt er sich zusammen mit den Ensemble intensiv mit stilbezogenen Aufführungsfragen auseinander und legt viel Wert auf die Arbeit an Intonation, Artikulation und einem homogenen Gesamtklang. Dabei kommt der Spaß in den Proben jedoch nie zu kurz.

Assaf Levitin

Der in Israel geborene Bassbariton Assaf Levitin ist sowohl als Konzert- und Opernsänger als auch als Komponist, Arrangeur, Chorleiter, Lehrer und Kantor tätig. Nach Abschluss seines Studiums mit Diplom an der HMT Saarbrücken führten ihn Engagements nach Zürich, Basel und Bonn, an die Deutsche Staatsoper Berlin, nach Mannheim und Dortmund (Ensemblemitglied 2002–2005) mit Opernpartien wie Mozarts Figaro, Colline, Gremin und Masetto. 2016 absolvierte er das Kantorenseminar am Abraham Geiger Kolleg an der Universität Potsdam.

Im Rahmen seiner Ausbildung gestaltete er verschiedene Konzerte und Liturgien – als Sänger wie auch als Kantor – in Berlin, Paris, Warschau, Breslau, Kiew, Basel, Schwerin, Rostock und bei vielen anderen Gemeinden. Seit 2014 tritt er im Rahmen des Kulturprogramms des Zentralrats der Juden in Deutschland mit dem von ihm gegründeten Ensemble ‚Die Drei Kantoren’ auf, dessen zweite CD 2016 erschienen ist. 2017 gründete er das KOLOT Vocal-Quintett, ein Ensemble für jüdische und israelische Musik, dessen Repertoire aus Assaf Levitins Arrangements besteht.

Seit seiner Investitur bis Sommer 2021 amtierte Assaf Levitin als Kantor der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover. Seine Aufnahme des Mainzer Nussach (Mainz, 2004) gilt bei Experten als eine Referenzaufnahme des süddeutschen Nussachs und wird in Fachkreisen immer wieder zitiert. Andere CD-Aufnahmen präsentieren Werke von jüdischen und israelischen Komponisten wie Arnold Schönberg und Noa Blass, sowie klassische und zeitgenössische Musik. 2016 tourte er mit dem Projekt Mekomot (Orte) durch alte Synagogen in Deutschland und Polen, und hat neben klassischer Chazzanut fünf Uraufführungen präsentiert.