Balthasar-Neumann-Chor · Lionel Sow
Eröffnungskonzert
Balthasar-Neumann-Chor
Balthasar NOVA
Balthasar-Neumann-Tutor:innen
Agnes Kovacs & Bobbie Bloomesteijn, Sopran
Anne Bierwirth, Alt
Bastien Rimondi, Tenor
Josua Bernbeck, Bariton
Leitung: Lionel Sow
Zum Auftakt des Musikfests ION treffen drei große Werke der Barockzeit aufeinander: Marc-Antoine Charpentiers Te Deum, Johann Sebastian Bachs Orchestersuite Nr. 4 und Georg Friedrich Händels Foundling Hospital Anthem. Unter der Leitung von Lionel Sow musizieren der Balthasar-Neumann-Chor, Balthasar NOVA, die Balthasar-Neumann-Tutor:innen und die Solist:innen Agnes Kovacs und Bobbie Blommesteijn (Sopran), Anne Bierwirth (Alt), Bastien Rimondi (Tenor) und Josua Bernbeck (Bariton). Balthasar NOVA bringt junge Musiker:innen mit erfahrenen Künstler:innen zusammen; so begegnen sich unterschiedliche Generationen in einer gemeinsamen Aufführungspraxis. Die Werke führen musikalisch von Paris über Leipzig bis London: festliche Chorsätze, konzertante Orchesterfarben und Händels Verbindung von Chor und Solist:innen prägen das Programm. Eine überraschende Verbindung zur Gegenwart steckt in Charpentiers Te Deum: Sein festlicher Anfang wurde später zur Eurovisionshymne!
Das Konzert wird mitgeschnitten vom Bayerischen Rundfunk - BR Franken.
Tickets: 20-80€
Digitale Konzertmappe
Balthasar-Neumann-Chor
Tiefe Leidenschaft für Musik, höchste künstlerische Qualität und unbändige Freude am Singen: Dafür steht der 1991 von Thomas Hengelbrock gegründete Balthasar-Neumann-Chor. Mit großem Erfolg überrascht er immer neu mit energetischen Interpretationen und schafft magische Momente für ein internationales Publikum. Der reine, warme Balthasar-Neumann-Klang, zu dem die Stimmen der exzellenten Sänger:innen verschmelzen, macht den Chor einzigartig. Daraus entsteht in Kombination mit einer tiefgreifenden Auseinandersetzung mit musikalischen Werken die enorme Qualität des Chores. Zahlreiche Auszeichnungen unterstreichen das Renommée des Klangkörpers.
Unter der Leitung von Thomas Hengelbrock arbeiten die Sänger:innen in internationalen Residenzen und konzertieren an namhaften Konzerthäusern sowie bei renommierten Festivals. Dabei kooperiert der Chor sowohl mit dem Balthasar-Neumann-Orchester als auch mit musikalischen Partnern wie der Camerata Salzburg, dem Sinfonieorchester Basel, dem Orchestre de chambre de Paris und Dirigenten wie u.a. Pablo Heras-Casado, Ivor Bolton und Pablo González. Seit dieser Saison arbeitet Chorleiter Lionel Sow eng mit dem Balthasar-Neumann-Chor und Thomas Hengelbrock zusammen und leitet zahlreiche Projekte der Ensembles.
Ihr Wissen und ihre Begeisterung für Musik geben die Sänger:innen regelmäßig in Meisterkursen und Workshops weiter und bereichern die Arbeit der Balthasar-Neumann-Akademie durch gemeinsame Projekte.
Balthasar NOVA
ist ein visionäres europäisches Akademieprogramm der Balthasar-Neumann-Familie, das herausragende junge Musiker:innen aus über 20 europäischen Ländern auf ihrem Weg zu einer erfolgreichen und selbstbestimmten Karriere als Freischaffende in der internationalen Musikszene begleitet. Das Programm bietet eine umfassende praxisorientierte Ausbildung mit Schwerpunkt auf historisch informierter Aufführungspraxis und fördert ein kritisches Bewusstsein für gesellschaftliche Verantwortung und unser gemeinsames kulturelles Erbe.
Balthasar NOVA bietet den Teilnehmenden vielfältige Projektwochen mit zahlreichen sozialen und künstlerischen Aktivitäten sowie Workshops zu unterschiedlichsten Themenfeldern. Ein reichhaltiges Tutoring- und Mentoring-System begleitet die Teilnehmenden in ihrer individuellen künstlerischen und persönlichen Weiterentwicklung. Als Orchester treten die Musiker:innen unter der Leitung von Dirigenten wie Thomas Hengelbrock, Pablo González und Lionel Sow auf und kuratieren eigene Salons renommierten Künstler:innen. Zuletzt war Balthasar NOVA bei den Herbstfestspielen in Baden-Baden, in Montevideo, beim Bologna Festival, im Bergson Kunstkraftwerk in München und im Palau de la Música Catalana in Barcelona zu erleben.
Mit Balthasar NOVA tragen Balthasar-Neumann-Chor und -Orchester europäische Werte, kulturellen Austausch, grenzüberschreitende Solidarität und Frieden lebendig in die Zukunft.
Die Sopranistin Agnes Kovacs wurde in Budapest geboren und stammt aus einer Musikerfamilie. Nach einem Dirigierstudium an der Franz Liszt Musikakademie in Budapest studierte sie Gesang bei Heidrun Kordes an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Ihre Studien ergänzte sie durch Meisterkurse bei Anna Reynolds, Walter Moore, Beata Heuer-Christen, Helen Donath, Edith Wiens, Nancy Argenta, Anna Korondi und Jonathan Alder.
Agnes Kovacs arbeitet mit Dirigenten wie Howard Arman, Ivor Bolton, Jonathan Cohen, Ivan Fischer, Thomas Hengelbrock, Aapo Häkkinen, Riccardo Minasi, Helmuth Rilling, Christoph Rousset, Steven Sloane und Lionel Sow zusammen. Sie musizierte mit Orchestern wie der Akademie für Alte Musik Berlin, dem Balthasar-Neumann-Orchester, den Berliner Philharmonikern, dem B`Rock Orchestra, dem Festivalorchester Budapest, dem Helsinki Baroque Orchestra, dem Konzerthausorchester Berlin, dem NDR und MDR Sinfonieorchester, Les Talens Lyriques, Le Consort, dem Orchester des Ungarischen Rundfunks, dem Liszt Ferenc Chambre Orchestra und dem Orfeo Orchester Budapest. Gastengagements führten die Sopranistin bereits zu namhaften Festivals wie dem Musikfest Berlin, dem Schleswig-Holstein Musikfestival, dem Rheingau Musikfestival und zu den Salzburger Festspielen.
Zu ihren Kammermusikpartnern zählen herausragende Künstler wie Malcolm Bilson und der Liedpianist Hilko Dumno.
Seit 2018 wirkt sie bei zahlreichen CD-Veröffentlichungen mit.
Die niederländische Sopranistin Bobbie Blommesteijn begann ihre musikalische Ausbildung bereits in jungen Jahren an der Chorschule St. Bavo in Haarlem. Acht Jahre lang sang sie im angeschlossenen Kathedralchor und sammelte dort erste Erfahrungen auf verschiedenen professionellen Konzertpodien, darunter im Concertgebouw in Amsterdam. Sie studierte klassischen Gesang am Königlichen Konservatorium in Den Haag sowie am Konservatorium von Amsterdam bei Manon Heijne und Sasja Hunnego.
Bobbie ist eine gefragte Ensemblesängerin und arbeitet freiberuflich unter anderem mit dem Collegium Vocale Gent, Arcangelo und dem Balthasar-Neumann-Chor zusammen. Zudem ist sie Mitglied des Nederlands Kamerkoor und singt regelmäßig mit Cappella Amsterdam. Seit 2019 arbeitet sie mit dem international renommierten Ensemble Voces8 zusammen und ist jedes Jahr als „Visiting Professional“ in Residence bei deren Sommerschule „Milton Abbey“ in Dorset tätig. Als Solistin ist sie regelmäßig im In- und Ausland zu hören. Neben ihrer Tätigkeit als Sängerin arrangiert und komponiert sie für Chöre und schreibt eigene Lieder.
Darüber hinaus erwarb Bobbie ihren Masterabschluss in Theaterwissenschaft an der Universität Amsterdam und arbeitet seitdem neben ihrer Tätigkeit als Musikerin auch als freiberufliche Forscherin und Autorin. Um ihre Leidenschaft für Musiktheater weiterzuentwickeln, gründete sie 2024 das Kollektiv Lemnis, mit dem sie a-cappella Musik-Theater–Produktionen realisiert.
Anne Bierwirth studierte Gesang und Historische Interpretationspraxis bei Prof. Heidrun Kordes an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Sie ist eine gefragte Konzert- und Oratoriensängerin. Ihr Repertoire reicht von Werken der Renaissance über Barock, Klassik und Romantik bis hin zu zeitgenössischen Kompositionen.
Konzertengagements führen die Altistin in zahlreiche Städte Deutschlands und Europas, sowie auf Konzertreisen nach Brasilien, China, Russland und Südafrika. Dabei arbeitet sie u.a. mit Ivor Bolton, Thomas Hengelbrock, Pablo Heras-Casado, Hermann Max, Wolfgang Schäfer, Michael Schneider und Florian Heyerick zusammen.
Sie ist regelmäßig zu Gast auf zahlreichen Festivals, wie dem Bachfest Leipzig, den Telemann-Tagen Magdeburg, dem Rheingau Musik-Festival, dem Zermatt-Festival und den Pfingstfestspielen Baden-Baden.
Diverse CD-Aufnahmen und Rundfunkmitschnitte dokumentieren ihre Arbeit.
Bastien Rimondi begann seine musikalische Ausbildung am Klavier am Conservatoire de Narbonne, parallel zu einer Chorausbildung. Im Alter von fünfzehn Jahren begegnete er Michel Wolkowitsky, bei dem er seine Gesangstechnik am Atelier lyrique der Abbaye de Sylvanès weiterentwickelte. Nach drei Jahren am CRR de Toulouse in der Klasse von Jacques Schwarz wurde er 2017 am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Paris aufgenommen, wo er bei Frédéric Gindraux studierte. Anschließend gehörte er dem Tschaikowsky-Jahrgang der Académie Musicale Philippe Jaroussky (2021–2022) an, nahm 2024 an der Académie de la Voix der Fondation des Treilles teil und wurde schließlich als Preisträger für die 12. Ausgabe des Jardin des Voix von Les Arts Florissants ausgewählt.
Vom Barock bis zur zeitgenössischen Musik widmet sich Bastien Rimondi einem breit gefächerten Repertoire, wobei Text, Ausdruck und stilistische Vielfalt für ihn eine zentrale Rolle spielen. In den vergangenen Spielzeiten war er in Marc-Antoine Charpentiers Médée zunächst im Palais Garnier und anschließend am Teatro Real in Madrid zu erleben, mit Les Arts Florissants unter der Leitung von William Christie. 2025 sang er die Rollen Natura, Pane und Furia in Cavallis La Calisto an der Opéra de Rennes, mit Ensemble Correspondances unter der Leitung von Sébastien Daucé. Regelmäßig ist er zudem in der Philharmonie de Paris zu Gast, wo er zuletzt Bachs Weihnachtsoratorium unter Paul Agnew sowie die Amme und den Neid in Lullys Cadmus et Hermione mit Les Talens Lyriques unter Christophe Rousset sang.
Im Rahmen des Jardin des Voix ging er als Orphée in Charpentiers La Descente d’Orphée aux Enfers auf internationale Tournee. Zu den Stationen gehörten unter anderem das Lucerne Festival, die Philharmonie de Paris, die Opéra Royal de Versailles, das Auditorio Nacional de Música in Madrid, die Koerner Hall in Toronto sowie Tanglewood und Caramoor.
In der Saison 2026/27 kehrt er als Ormonte in Gasparinis Atalia beim Festival Oude Muziek Utrecht zurück, mit Ensemble Hemiolia unter der Leitung von Emmanuel Resche-Caserta. Mit Les Arts Florissants singt er anschließend die Grands Motets von Rameau und Mondonville in der Philharmonie de Paris, der Philharmonie Luxembourg und der Chapelle Royale de Versailles unter William Christie. Zudem begleitet Christie ihn am Cembalo bei einem Recital im Château de Chantilly, das den französischen airs de cour gewidmet ist. Anschließend ist Bastien Rimondi am Theater an der Wien als Hyllus in Händels Hercules zu erleben, mit dem Opera Fuoco Orchestra und dem Chœur de Chambre de Namur unter der Leitung von David Stern. Seine Zusammenarbeit mit Les Arts Florissants setzt er mit einer umfangreichen Monteverdi-Tournee fort, die sich um Il Combattimento di Tancredi e Clorinda und die Madrigale gruppiert.
Unter der Leitung von William Christie und Paul Agnew führt ihn die Tour nach Boston, New York, La Jolla, Santa Barbara, Vancouver und Kansas City sowie nach Versailles, in die Philharmonie de Paris und in die Londoner Wigmore Hall.
2027 singt Bastien Rimondi Haydns Nelson-Messe im Auditorio Nacional de Música in Madrid mit dem Orquesta y Coro de la Comunidad de Madrid unter Marc Minkowski. Anschließend übernimmt er den Evangelisten in Bachs Matthäus-Passion mit Opera Fuoco unter David Stern an der Opéra de Massy sowie im Gewandhaus zu Leipzig.
Im Frühjahr kehrt er an das Palais Garnier zurück und kreiert die Rolle des Gabriel in der Uraufführung von Hèctor Parras Miroir de nos peines, einem Auftragswerk der Pariser Oper nach dem Roman von Pierre Lemaitre, unter der musikalischen Leitung von Ingo Metzmacher und in der Inszenierung von Mariame Clément. Außerdem singt er Tonio in einer neuen Fassung von Donizettis La Fille du régiment an der Opéra Grand Avignon und am Théâtre des Champs-Élysées unter der Leitung von Alexandra Cravero.
Zu seiner jüngsten Diskografie zählt Haydns Harmoniemesse, die mit Les Arts Florissants unter William Christie aufgenommen und 2026 bei harmonia mundi veröffentlicht wurde. Hinzu kommt Le Chevalier de Saint-George – Portrait mit dem Orchestre de l’Opéra Royal unter Théotime Langlois de Swarte, erschienen bei Château de Versailles Spectacles und mit einem Diapason d’Or ausgezeichnet. Im September 2026erscheint außerdem bei Alpha Classics Historiæ sacræ, aufgenommen mit Il Caravaggio unter der Leitung von Camille Delaforge, mit Purcells Saul and the Witch of Endor und Charpentiers Le Reniement de Saint Pierre.
Josua Bernbeck
Lionel Sow – ein Klang-Architekt, in dessen Arbeit kleinste Details zum großen Ganzen wachsen; ein Künstler, der mit Stimmfarben fantastische Klangbilder malt; ein musikalischer Forscher mit einer kreativen Vision. Als musikalischer Leiter des Chœur de Radio France sowie des Chores des Nationalen Forum für Musik in Wrocław (Polen) und in Zusammenarbeit mit dem Balthasar-Neumann-Chor gestaltet er nachhaltig die Zukunft des europäischen Chorgesangs.
Lionel Sow wurde in eine musikalische Familie geboren und studierte Violine, Gesang, Komposition, gregorianischen Gesang sowie Chor- und Orchesterdirigieren. 2011 übernahm er die Leitung des Chores des Orchestre de Paris und wurde 2021 zum künstlerischen Leiter des Chores des Nationalen Forum für Musik in Wrocław (Polen) ernannt. Seit der Saison 2025/26 arbeitet er eng mit dem Balthasar-Neumann-Chor und Thomas Hengelbrock zusammen und leitet zahlreiche Projekte der Ensembles.
Lionel Sow trat bei zahlreichen internationalen Festivals auf und arbeitete mit Dirigenten wie Thomas Adès, Herbert Blomstedt, Gustavo Dudamel, Daniel Harding, Pablo Heras-Casado, Paavo Järvi, Kirill Petrenko oder Raphaël Pichon zusammen. Seit 2017 unterrichtet er Chorleitung am Conservatoire national supérieur de musique et de danse de Lyon.
Eine umfangreiche Diskografie dokumentiert Lionel Sows Erfolg. Seine neueste Aufnahme, „Dance of Death“, wurde mit einem Diapason d’Or ausgezeichnet.
Musik, die etwas bewirkt
Als Georg Friedrich Händel am 27. Mai 1749 im Londoner Foundling Hospital sein Foundling Hospital Anthem, HWV 268, zur Uraufführung brachte, war das zunächst einmal ein großes geistliches Konzertwerk. „Blessed are they that considereth the poor“ – „Selig sind, die sich der Armen annehmen“ – lautet der Titel. Händel verbindet darin Verse aus mehreren Psalmen mit Texten aus dem Buch Daniel und der Offenbarung des Johannes. Die Auswahl ist bemerkenswert konkret: Es geht um die Sorge für die Bedürftigen, um Barmherzigkeit, Schutz und die Hoffnung auf eine gerechte Ordnung.
Auch musikalisch ist das Werk repräsentativ und festlich angelegt. Chor und Orchester tragen das Geschehen, dazu kommen solistische Passagen. Streicher und Continuo bilden das Fundament, zwei Oboen erweitern den Klang, Trompeten und Pauken sorgen für festlichen Glanz. Händel verbindet unterschiedliche musikalische Charaktere: innige, fast bittende Passagen stehen neben kraftvollen Chorsätzen, in denen die Musik ihre ganze öffentliche Wirkung entfalten kann.
Die Foundling Hospital Kapelle, Ort der Uraufführung von Händels "Anthem"
Dabei schöpft Händel teilweise aus der eigenen musikalischen Vergangenheit. Das Anthem enthält Überarbeitungen bereits vorhandener Musik, unter anderem aus Messiah, Susanna und dem Funeral Anthem The Ways of Zion Do Mourn. Besonders auffällig ist der Schluss: Hier steht das „Hallelujah“ aus Messiah, das Händel für das neue Werk übernahm. Messiah war zu diesem Zeitpunkt bereits sieben Jahre zuvor in Dublin uraufgeführt worden.
Der Anlass des Konzerts war sehr konkret. Das 1739 von Thomas Coram gegründete Foundling Hospital kümmerte sich um ausgesetzte und verwaiste Kinder und benötigte Geld für die Fertigstellung seiner Kapelle. Händels Benefizkonzert sollte dazu beitragen. Händel blieb dem Hospital anschließend eng verbunden: Er stiftete die Orgel für die Kapelle und führte dort ab 1750 regelmäßig Messiah als Benefizkonzert auf. Die Aufführungen wurden zu einer jährlichen Tradition, die über Händels Tod hinaus fortgeführt wurde.
So liegt die eigentliche Besonderheit dieses Werkes vielleicht weniger in einer großen, ausformulierten Botschaft als in der Verbindung von Musik und ihrem konkreten Ort. Händel vertont Texte über die Sorge für andere – und lässt diese Musik dort erklingen, wo diese Sorge praktische Gestalt angenommen hat. Das Konzert sammelt Geld, die Musik stiftet Gemeinschaft, die Kunst wird Teil einer ganz realen Unterstützung.
Musik muss also nicht immer davon erzählen, dass sie etwas bewirken kann. Manchmal tut sie es einfach.
Oliver Geisler













