Zum Hauptinhalt springen
Thomanerchor Leipzig · Musikfest ION 2024 in Nürnberg
© Foto: Philipp Kirschner

MO
· 28.
JUNI

19:30–21:30 Uhr
St. Sebald


Thomanerchor Leipzig

Thomanerchor Leipzig
Thomasorganist Johannes Lang, Orgel
Thomaskantor Andreas Reize, Dirigent

Unter der Leitung von Thomaskantor Andreas Reize kommt der Thomanerchor Leipzig nach Nürnberg; an der Orgel spielt Thomasorganist Johannes Lang. Johann Sebastian Bach wirkte von 1723 bis zu seinem Tod 1750 als Thomaskantor an der Leipziger Thomaskirche. Das Programm versammelt Thomaskantoren vor und nach Bach. Von ihm erklingt die Motette Komm, Jesu, komm. Doch das Konzert geht weit über die Leipziger Musikgeschichte hinaus: Werke von Claudio Monteverdi und Heinrich Schütz stehen neben Musik von Ralph Vaughan Williams, Anton Bruckner und Arvo Pärt. So spannt sich der Bogen von der Renaissance und dem Frühbarock bis ins 20. Jahrhundert – interpretiert von einem Chor, der die europäische Musikgeschichte mitgeprägt hat.

Tickets: 20-70€


Digitale Konzertmappe

Über das Ensemble

Mehr als 800 Jahre umfasst die Geschichte des Thomanerchor Leipzig; er ist damit die älteste kulturelle Einrichtung der Stadt Leipzig.

Im Jahr 1212 bestätigte Kaiser Otto IV. auf dem Reichstag zu Frankfurt die Gründung des Augustiner-Chorherrenstiftes zu St. Thomas, die Markgraf Dietrich der Bedrängte von Meißen veranlasst hatte. Zum Stift gehörte eine Klosterschule, die geistlichen Nachwuchs heranbilden sollte, bald aber auch Knaben zugänglich wurde, die nicht im Stift wohnten. Bestandteil der Ausbildung war von Anfang an der liturgische Gesang, um die Sänger in den zahlreichen Wochengottesdiensten einsetzen zu können. Im Zuge der Einführung der Reformation im Jahr 1539 erlangte Leipzig, nicht zuletzt durch die bedeutsamen und bekannten Thomaskantoren, den Ruf eines herausragenden musikalischen und kulturellen Zentrums in Mitteldeutschland.

Der musikalische Schwerpunkt des Thomanerchor Leipzig liegt auf der Pflege der „Musica Sacra“. Die Werke von Johann Sebastian Bach, der am 1. Juni 1723 in das Amt des Thomaskantors eingeführt wurde, welches er dann 27 Jahre bis zu seinem Tode am 28. Juli 1750 innehatte, bilden dabei das musikalische Zentrum. Dennoch finden sich in den Programmen Chorwerke aus allen Epochen der Musikgeschichte – von der Gregorianik bis zur Moderne, was auch durch zahlreiche audiovisuelle Produktionen dokumentiert ist.

Die täglichen Proben bereiten die „Motetten“ (in Leipzig auch musikalische Gottesdienstformen) freitags 18.00 Uhr und samstags 15.00 Uhr sowie die Gottesdienste sonntags 09.30 Uhr in der Thomaskirche mit wöchentlich mehr als 2500 Zuhörern vor. In der Motette am Samstag erklingt zusätzlich regelmäßig eine Bach-Kantate mit dem Gewandhausorchester Leipzig und Gesangssolisten/-innen. Natürlich sind darin die Pfarrer/-innen der Thomaskirche und der Thomasorganist ebenso zu hören.

Im 20. Jahrhundert begann eine rege Konzertreisetätigkeit des Thomanerchor Leipzig, die dem Chor zu internationaler Reputation verhalf. Heute ist er eine feste Größe des deutschen und europäischen Musiklebens und als kultureller Botschafter Leipzigs darüber hinaus weltweit gefragt. Regelmäßige Konzertreisen führten den Chor nach Nord- und Südamerika, Mittel- und Fernost wie auch nach Australien. Die Mitglieder des Chores, die Thomaner, leben, lernen und proben im Thomas-Alumnat. Ab der Gymnasialstufe besuchen sie die gegenüberliegende Thomasschule, ein Gymnasium der Stadt Leipzig. Die jüngsten Thomaner der 4. Klasse lernen in speziellen Klassen an der Anna-Magdalena-Bach-Schule (Grundschule der Stadt Leipzig) oder der Grundschule forum thomanum direkt auf dem Campus forum thomanum.

Am 18. Dezember 2020 wurde Andreas Reize vom Rat der Stadt Leipzig zum Thomaskantor und künstlerischen Leiter des Thomanerchores Leipzig gewählt. Als 18. Nachfolger von Johann Sebastian Bach wurde er am 11. September 2021 in das Amt eingesetzt.

Über den Dirigenten

<p><strong>Andreas Reize</strong> wuchs in Solothurn in der Schweiz auf und war Mitglied der Singknaben der St. Ursen-Kathedrale Solothurn. Er studierte in Bern, Zürich, Luzern, Basel und Graz Kirchenmusik, Orgel, Klavier-Pädagogik und Cembalo sowie Chor- und Orchesterleitung.</p>
<p>Von 2007 bis 2021 leitete Andreas Reize die Singknaben der St. Ursen-Kathedrale Solothurn, den ältesten Knabenchor der Schweiz und von 2011 bis 2021 zudem den Zürcher Bach Chor und den Gabrielichor Bern. 2001 gründete Andreas Reize das cantus firmus vokalensemble und consort und 2006 den cantus firmus kammerchor. Seit 2006 ist er Musikdirektor der „Oper Schloss Waldegg“, einer zweijährlich stattfindenden Opernproduktion.</p>
<p>Seit August 2021 bekleidet Andreas Reize als Thomaskantor der Stadt Leipzig und 18. Nachfolger Johann Sebastian Bachs ein musikalisches Amt mit weltweiter Ausstrahlung. In den Motetten und Gottesdiensten in der Thomaskirche führt Andreas Reize mit dem Thomanerchor und dem Gewandhausorchester Leipzig wöchentlich eine Bach-Kantate auf und ist für die Konzerte und Oratorienaufführungen des Chors verantwortlich. An der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig leitet er seit 2022 eine Klasse für Chorleitung und wurde 2023 zum Professor ernannt. Als Gastdirigent verbindet ihn eine Zusammenarbeit unter anderem mit der Akademie für Alte Musik Berlin, dem Konzerthausorchester Berlin und dem Theater Orchester Biel Solothurn. In der Spielzeit 2024/25 debütierte er mit „Amadis – der Ritter“ von Johann Christian Bach an der Oper Leipzig.</p>
<p>Mit dem Thomanerchor gastiert er regelmäßig in den Musikzentren weltweit und bei Festivals im In- und Ausland, zuletzt auf einer umfangreichen USA-Tournee im März 2025 und einer Südkorea-Tournee im September 2025. Dazu kommen Fernseh- und CD-Produktionen mit dem Weihnachtsoratorium, dem Weihnachtsliederabend, der h-Moll-Messe, sowie der Matthäus- und Johannes-Passion (u.a. 3sat) von Johann Sebastian Bach.</p>

Über den Organisten

<p><strong>Johannes Lang</strong> wurde 1989 in Düsseldorf geboren. Er studierte Kirchenmusik (Orgel bei Prof. Martin Schmeding, Improvisation bei Prof. Karl Ludwig Kreutz), Historische Tasteninstrumente/Cembalo bei Prof. Dr. Robert Hill sowie Konzertfach Orgel an der Musikhochschule Freiburg. Nach elf ersten Preisen als Organist, Cembalist und Pianist beim Bundeswettbewerb ”Jugend musiziert“ wurde er u.a. als Organist Gewinner der Wettbewerbe in Lübeck (Buxtehudewettbewerb 2009), Bellelay (2011), Leipzig (Bachwettbewerb 2012) und Preisträger der Wettbewerbe in Ljubljana (2007), Herford (2008) und München (ARD-Wettbewerb 2011). Er war Stipendiat u.a. der Deutschen Stiftung Musikleben sowie der Studienstiftung des Deutschen Volkes und widmet sich einer intensiven, weltweiten Konzerttätigkeit.</p>
<p>Nach Stationen als Kirchenmusiker in Freiburg und als Stadtkantor in Lörrach war er ab Oktober 2016 fünf Jahre lang Kantor an der Friedenskirche Potsdam-Sanssouci sowie Lehrbeauftragter für Künstlerisches Orgelspiel, Orgelimprovisation und Cembalo am Institut für Kirchenmusik der Universität der Künste Berlin.</p>
<p>Am 6. Januar 2022 wurde Johannes Lang im Rahmen eines Festgottesdienstes in sein Amt als Thomasorganist eingeführt und ist seither in Gottesdiensten, Motetten, Konzerten und Orgelführungen in der Thomaskirche zu erleben. Ein Schwerpunkt bildet seine Beschäftigung mit dem Continuo-Spiel nach historischen Quellen an großer und kleiner Orgel sowie die Improvisation. Im November 2022 wurde er für sein künstlerisches Wirken mit dem Markgräfler Kunstpreis ausgezeichnet. Johannes Lang lehrt das Fach Orgel an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig, die ihn am 20. Dezember 2023 zum Honorarprofessor ernannte. Besondere Beachtung fand seine Initiative zum Projekt „Gravity Bach“ bei dem er am Reformationstag 2025 in 22 Stunden das gesamte Orgelwerk von Johann Sebastian Bach in der Thomaskirche Leipzig aufführte, was über ARTE Concert auch weltweit zu erleben war.</p>
<p>Darüber hinaus engagiert er sich in der Vorstandsarbeit des Deutschen Glockenmuseums e.V., der Mitteldeutschen Orgelgesellschaft Altenburg e.V. und der Stiftung Chorherren zu St. Thomae. </p>
<p>Verschiedene Tätigkeiten als Juror, Dozent bei Meisterkursen, Rundfunk- und CD-Aufnahmen (u.a. Clavierübung III bei der Bachstiftung St. Gallen sowie seine Debut-CD "In the Spirit of Bach" als Thomasorganist beim Label Rondeau) und eine Ausbildung zum Glockensachverständigen erweitern sein Profil.</p>



Unsere Empfehlungen für Sie

SO · 4. JULI · 18:00–19:45 Uhr
SO · 27. JUNI · 18:00–19:30 Uhr
FR · 25. JUNI · 19:30–21:30 Uhr