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Bernius · Brahms: Requiem · Musikfest ION 2024 in Nürnberg

Bernius · Brahms: Requiem

Hoffnung, in Töne gesetzt
© Foto: Jens Meisert

SO · 7. JULI

18 Uhr
· St. Sebald


Bernius · Brahms: Requiem

Sopran: Johanna Winkel
Bariton: Arttur Kataja
Kammerchor Stuttgart
Klassische Philharmonie Stuttgart
Dirigent: Frieder Bernius

„Es ist ein ganz gewaltiges Stück, ergreift den ganzen Menschen in einer Weise wie wenig anderes.“ Clara Schumann schrieb begeistert an Johannes Brahms, nachdem sie einen Blick in die Noten seines neuesten Werkes geworfen hatte, in sein Requiem.
Es ist ein Trostwerk – hier wird die Hoffnung in Töne gesetzt und Brahms, der große Zweifler, weist mit seiner Musik über das Ende des Lebens hinaus. Oder wie Brahms selbst sagte: „Ich habe meine Trauermusik vollendet als Seligpreisung der Leidtragenden. Ich habe nun Trost gefunden.“

Wir dürfen uns auf eine maßstabsetzende Interpretation freuen, wenn der Grandseigneur der Chormusik, Frieder Bernius, dieses Abschlusskonzert des Musikfests ION 2024 leitet.

Tickets: 15-70 €

Das Konzert wird mitgeschnitten vom Bayerischen Rundfunk - BR Franken.


Digitale Konzertmappe

Über die Künstler:innen

Johanna Winkel, Sopran

Johanna Winkel gab ihr internationales Debüt als Solistin 2008 in Nantes mit Concerto Köln unter der Leitung von Peter Neumann und erarbeitete sich schnell einen hervorragenden Ruf im Oratorienfach. Jeffrey Tate, Andreas Spering, Philippe Herreweghe, Frieder Bernius, Václav Luks, Simon Halsey, die NDR Philharmonie, die Hamburger Symphoniker, das Freiburger Barockorchester, aber auch die Chöre von Rias, NDR, WDR und BR wurden aufmerksam und engagierten Johanna für ihre Konzerte.

Sie bewies sich zunächst in der historischen Aufführungspraxis barocker Musik und erweiterte ihr Repertoire stetig hin zur Romantik und Moderne. Johanna ist seither weit gereist. Neben Konzerten in Luzern, Brüssel, Oslo, Paris und Moskau stehen Tourneen nach Kanada, Peru, Brasilien, Argentinien, Mexico, China und Israel.

In der vergangenen Saison sang sie u.a. Konzerte mit musicAeterna und Teodor Currentzis (Purcells „Indien Queen“), mit dem FBO und Gottfried von der Goltz (9. Beethoven), mit der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken, der Internationalen Bachakademie und Hans Christoph Rademann, dem Beethoven Orchester Bonn und Christoph Prick (Brittens „War Requiem“), dem Konzerthausorchester Berlin und Ivan Fischer, und der Akademie für Alte Musik Berlin.

Gleichzeitig ist Johanna regelmäßig auf der Opernbühne zu erleben. Nach Mimi, Donna Elvira und Micaela gestaltete sie Alcina (Markgräfliches Opernhaus Bayreuth), Rosalinde (Erfurt), Agathe und Beethovens Leonore in Hildesheim. Im April 2017 gab sie ihr Debüt bei den Salzburger Osterfestspielen als Gerhilde in Richard Wagners Walküre unter der Leitung von Christian Thielemann und gastierte im Herbst mit dieser Partie in Peking mit dem Hong Kong Philharmonic Orchestra unter Jaap van Zweden, und im Januar diesen Jahres an der Semperoper Dresden mit der sächsischen Staatskapelle Dresden wieder unter Thielemann.

Johanna vermag heute die Vorzüge Alter Musik, Oper und Romantik in jeglichem Repertoire anzuwenden: sie singt körperhaft und expressiv, jedoch mit präziser Stimmführung und einem geschulten Ohr für Polyphonie. Unabhängig von der jeweiligen Epoche besticht außerdem, wie schnell und sicher Johanna selbst unbekannten und modern-komplexen Notentext verinnerlicht.

Johanna ist als Solistin auf etlichen Rundfunkmitschnitten und CD Aufnahmen zu hören. Zu ihren Einspielungen gehören u.a. Spohrs Oratorium „Die letzten Dinge“ mit der Kammerphilharmonie Bremen unter der Leitung von Frieder Bernius, Schönbergs „Moses und Aron“ (Konzerte im Teatro Real Madrid und der Philharmonie Berlin mit dem SWR Sinfonieorchester unter der Leitung von Sylvain Cambreling), Bachs Magnificat mit dem Arion Baroque Orchestra unter Alexander Weimann, Bachs Dialogkantaten unter Christoph Spering, Mendelssohns Psalm 42 und die Hymne „Hear my Prayer“ mit dem Chor des Bayrischen Rundfunks unter der Leitung von Howard Arman.

Zu Johannas preisgekrönten Einspielungen gehören die Gesamtaufnahme der Lutherkantaten von Johann Sebastian Bach unter der Leitung von Christoph Spering (Echo 2017) sowie die 2018 erschienene „Missa Solemnis“ von Bruckner mit dem Rias Kammerchor und der Akademie für alte Musik unter der Leitung von Łukasz Borowicz (Diapason d'or).


Arttu Kataja, Bariton

Der Finne Arttu Kataja begann seine musikalische Ausbildung im Alter von neun Jahren mit Oboen-Unterricht. Später studierte er Gesang an der Sibelius-Akademie in Helsinki, war Stipendiat der Martti Talvela Stiftung und u.a. zweifacher Preisträger beim Internationalen Mozartwettbewerb in Salzburg.
Seit 2006 ist Arttu Kataja festes Ensemblemitglied der Staatsoper Unter den Linden Berlin, wo er u.a. mit Dirigenten wie Daniel Barenboim, Gustavo Dudamel, Asher Fisch, René Jacobs, Philippe Jordan, Andris Nelsons, Sir Simon Rattle sowie Omer Meir Wellber zusammen arbeitete und Rollen wie Papageno/Die Zauberflöte, Guglielmo/Cosí fan tutte, Peter Besenbinder/Hänsel und Gretel, Bass/King Arthur, Marcello/La Bohème, Musiklehrer/Ariadne auf Naxos, Kuligin/Katja Kabanowa und Lucifero/Il primo Omicidio sang. Gastspiele führten den Bariton u.a. an das Theater an der Wien, Teatro Municipal de Santiago de Chile, die Staatsoper Hamburg, Deutsche Oper am Rhein, Finnish National Opera in Helsinki, nach Tampere sowie zuim Savonlinna Opernfestival und Festival de Musique de Strasbourg.

Arttu Kataja ist ein überaus gefragter Konzert - und Liedsänger. In 2020 ist seine von der Presse hochgelobte Lied CD mit der Pianistin Pauliina Tukiainen unter dem Titel "Serious Songs" bei Alba Records mit Werken von Sibelius, Brahms, Schumann und Toivo Kuula erschienen. Mit diesem Programm und anderen Liedprogrammen tritt er regelmässig auf.
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Kammerchor Stuttgart

Der KAMMERCHOR STUTTGART gilt als eines der besten Ensembles seiner Art. Vor 50 Jahren im Januar 1968 gegründet, hat Frieder Bernius den Chor zu einer von Publikum und Presse gefeierten Ausnahmeerscheinung geformt. Das Repertoire des Chores reicht vom 17. bis zum 21. Jahrhundert. „Kein Superlativ ist verschwendet, um diesen Chor zu rühmen“, schrieb die ZEIT. Als konkurrenzlos gelten die sängerische Brillanz, die vollendete Intonationsreinheit und eine kaum zu übertreffende Plastizität der Textdeklamation.

Das Ensemble erhält Einladungen zu allen wichtigen europäischen Festivals und konzertiert in renommierten Konzerthäusern. Es war zum 1., 4., und 10. Weltsymposion für Chormusik nach Wien, Sydney und Seoul eingeladen. Seine weltweite Reputation dokumentieren seit 1988 regelmäßige Nordamerika- und Asientourneen sowie eine Südamerika-Tournee. Im August 2018 war der Kammerchor zu acht Konzerten nach China und Taiwan eingeladen.

Seit 1984 ist das Spitzenensemble zudem alle zwei Jahre in Israel zu Gast, so im Jahr 2015 aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland.

40 der insgesamt 100 eingespielten CD-Aufnahmen wurden mit Auszeichnungen prämiert, so erhielt der Kammerchor zuletzt 2017 den Preis der Deutschen Schallplattenkritik für die Mendelssohn-CD Lieder im Freien zu singen sowie für die CD-Einspielung des Requiems von György Ligeti.


Klassische Philharmonie Stuttgart

Die KLASSISCHE PHILHARMONIE STUTTGART setzt sich aus Musikern führender deutscher Sinfonieorchester und Kammermusikensembles zusammen, die mit Frieder Bernius seit langem zusammenarbeiten. Das Orchester musiziert auf modernen Instrumenten, jedoch gilt das besondere Interesse des Dirigenten und seiner Musiker der stilistischen Differenzierung. Für Aufführungen chorsinfonischer Werke in großer Besetzung ist die Klassische Philharmonie Stuttgart das orchestrale Pendant zum Kammerchor Stuttgart.

Die Klassische Philharmonie Stuttgart ist regelmäßig bei renommierten Festspielen wie dem Rheingau Musik Festival, dem Europäischen Musikfest Stuttgart, den Internationalen Festspielen Baden-Württemberg, dem Festival "Wratislavia Cantans" in Wrocław (Polen), den Kasseler Musiktagen, der Philharmonischen Gesellschaft Brüssel, den Herbstlichen Musiktagen Bad Urach und dem Schumannfest Düsseldorf aufgetreten.

Die Idee, einen qualitativ gleichwertigen instrumentalen Partner zum Kammerchor Stuttgart zu schaffen, ist nicht zuletzt mit den gemeinsam eingespielten Werken, wie z.B. Brahms` Ein deutsches Requiem und Mendelssohns Elias bestätigt worden. Erstere Aufnahme wurde als „disque du mois“ mit dem „Répertoire“ (R10) ausgezeichnet.


Frieder Bernius, Dirigent

Die Arbeit von Frieder Bernius findet weltweit große Anerkennung. Als Dirigent wie als Lehrer ist er international gefragt. Seine künstlerischen Partner sind vor allem der Kammerchor Stuttgart, das Barockorchester Stuttgart, die Hofkapelle Stuttgart und die Klassische Philharmonie Stuttgart. Den Grundstein für seine außergewöhnliche Karriere legte 1968 die Gründung des Kammerchors Stuttgart, den er bald zu einem der führenden Ensembles seiner Art machte.

Die Gründung des Barockorchesters Stuttgart und der Klassischen Philharmonie Stuttgart 1991 dokumentiert die stilistische Vielseitigkeit des Dirigenten Frieder Bernius: während sich das Barockorchester auf historischen Instrumenten der Musik des 18. Jahrhunderts widmet, spielt die Klassische Philharmonie auf modernem Instrumentarium Werke des 19. bis 21. Jahrhunderts. Die 2006 ins Leben gerufene Hofkapelle Stuttgart schließlich ist ein Spezialensemble für die Musik des frühen 19. Jahrhunderts. Ob Vokalwerke von Monteverdi, Bach, Händel, Mozart, Beethoven, Fauré und Ligeti, Schauspielmusiken von Mendelssohn oder Sinfonien von Haydn, Burgmüller und Schubert – stets zielt die Arbeit von Frieder Bernius auf einen am Originalklangideal orientierten, zugleich unverwechselbar persönlichen Ton. Wiederentdeckungen von Opern des 18. Jahrhunderts widmet er sich ebenso wie Uraufführungen zeitgenössischer Kompositionen. Ein besonderes Interesse gilt der südwestdeutschen Musikgeschichte.

Konzertreisen führten ihn zu allen wichtigen internationalen Festivals. Mehrere Male leitete er den Weltjugendchor, viermal gastierte er bei den Weltsymposien für Chormusik und arbeitet ständig mit den nationalen Jugendchören der Schweiz, Frankreichs und Italiens. Als Gastdirigent hat er u.a. mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem London Philharmonic Orchestra und dem Stuttgarter Kammerorchester zusammen gearbeitet. Seit 1999 ist er der Streicherakademie Bozen eng verbunden, von 2000 bis 2004 kooperierte er im Rahmen des ChorWerk Ruhr mit der Ruhrtriennale.

Seit 1998 ist Frieder Bernius Honorarprofessor der Musikhochschule Mannheim. 1987 rief Bernius die Internationalen Festtage Alter Musik Stuttgart ins Leben (seit 2004 unter dem Namen Festival Stuttgart Barock), die die Landeshauptstadt mit einem Schlag zu einem Zentrum der historisch informierten Aufführungspraxis und zu einem Ort vielbeachteter Wiederentdeckungen vergessener musikalischer Schätze machten. Frieder Bernius’ Arbeit ist vielfach auf Schallplatte und CD dokumentiert. Rund 90 Einspielungen hat er bislang vorgelegt, die mit 40 internationalen Schallplattenpreisen ausgezeichnet wurden. Zum Mendelssohn-Jahr 2009 konnte er die zwölfteilige Gesamteinspielung des geistlichen Vokalwerks Mendelssohns abschließen.

1993 wurde Frieder Bernius für seine Verdienste um das deutsche Musikleben das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen, 2001 der Robert-Edler-Preis für Chormusik. 2002 wurde er mit der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet, 2004 erhielt er den Preis der Europäischen Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd und im Juni 2009 die Bach-Medaille der Stadt Leipzig.



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